English wedding cake - einfach mal getraut!


Als meine Schwester zum ersten Mal heiratete, war mir klar, dass ich die Hochzeitstorte backen würde. 

Es sollte ein dreistöckiger Traum werden. Und das wurde es auch. Ein Alptraum in blau. 
Ich weiß noch, dass  ich einige Feierabende, viel Geld und Geduld investiert habe. Über das Ziel hatte ich mir im Vorfeld keine Gedanken gemacht.
Am Hochzeitstag kam die Torte in den Kofferraum und sollte dort nicht nur die 60 Minuten Fahrzeit zum reifen haben, sondern auch noch die ganze Zeit, die die standesamtliche Trauung andauerte. 
Aber, da wir nicht loskamen wie geplant, hatte sich die Zeremonie eh erledigt. 
War ja auch nicht weiter schlimm, ich war ja nur als Trauzeugin eingeplant. 
Jedenfalls hatten wir, als es dann soweit war, dass die Torte aufgebaut wurde einen schönen blauen Turm. 
Immerhin konnte man erahnen, dass es sich um eine Torte handelte. Aber wirklich nur erahnen. 
Naja, wenigstens hat sie lecker geschmeckt 😂

Irgendwie hielt die Ehe nicht so ewig, wie die Erinnerung an die Torte. Aber ich glaube nicht, dass es an der Torte lag. 

Wie dem auch sei, meine Schwester heiratete wieder und ich beschloß ihr eine echte Torte zu schenken. Ursprünglich sollte sie vom Konditor  hergestellt werden, aber ich entschied mich spontan dagegen und machte sie in Eigenregie.  


Als Basis wählte ich dieses Mal eine traditionelle englische Hochzeitstorte, eine von denen, die man bis zur Taufe des ersten Kindes aufbewahren kann. 

Das Hauptrezept war diesen beiden: Wedding-Cake-Rezept und /english-wedding-cake sehr ähnlich.
Da Orangeat und Zitronat bei uns nicht so willkommen sind und auch die Rosinen nicht der Hauptbestandteil sein sollten, wurde mehr auf Pistazien, Mandeln, Feigen usw. gesetzt. 
Der Kuchen wurde nach dem Backen noch in Marzipan geschlagen und glasiert, hinzu kam bei mir noch eine Schicht Marzipan und dann erst das Fondant. 
Der Vorteil an dieser Art von Kuchen ist, dass man ihn nicht nach der Veranstaltung wegwerfen muss, wie manch andere Sahne- oder Cremetorte. 

Mit dem Backen fing ich wie im Rezept beschrieben zwei Wochen vorher an. 
Anschließend machte ich mir Gedanken über die farbliche Ausgestaltung und kaufte kiloweise Marzipanrohmasse, Puderzucker und Fondant in grün und weiß. 

An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich von dem fertig ausgerolltem Fondant von Pickerd echt enttäuscht war. Es war fleckig, klebte und konnte mich nicht überzeugen.
Die weißen Decken von Dr. Oetker waren ok. 
Aber am besten kam ich mit dem Fondant in Blöcken zurecht. 

 Meine Hilfsmittel für die Dekoration bestanden aus den auf dem Foto dargestellten Utensilien, Backpapier und einem Plastik-Nudelholz. Ah ja, die Figur habe ich auch bestellt.



Die fertige Torte:




Nun, ich finde, dass das Ergebnis ganz ok ausgefallen ist und ich bin alles andere als eine Konditorin :)

Eine selbstgemachte Hochzeitstorte ist ein ganz persönliches Geschenk und kommt garantiert gut an.
Wie teuer es werden darf, das bleibt einem selbst überlassen. Mein Kuchen war nur etwas günstiger als vom Konditor, was aber daran lag, dass alle Zutaten, die verbacken wurden in bio Qualität gekauft wurden und da kommt bei den paar Kilo was zusammen. Denke aber, dass man auch diese Art der Torte für etwa 50€ ganz gut hin bekommt.

In diesem Sinne - traut euch mal an so eine Motiv-Torte. Es macht richtig Spaß.

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